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16.05.2019

Im Sinne der Natur: Brücke statt Tiefbau

OVAG verlegt bei Niederdorfelden Rohrleitungsbrücke über die Nidder

Eine größere Baustelle an der Nidder bei Niederdorfelden zieht derzeit die Blicke der Passanten auf sich: Grund sind Arbeiten der OVAG an der zweiten Fernwasserleitung von Inheiden nach Frankfurt. Seit etwa zwei Jahren ist ein knapp 200 Meter langes Teilstück sanierungsbedürftig. Der Austausch gestaltete sich kompliziert. „Die bisherige Leitung verläuft in etwa neun Meter Tiefe unter der Nidder. Das heißt, wir hätten einen enormen Eingriff in das Gewässer vornehmen müssen, um die Leitung unter dem Fluss auszutauschen“, erklärt OVAG-Projektleiter Florian Odermatt.

Die Lösung: Dieses Teilstück wird erstmals als eine Rohrbrücke über den Fluss verlegt – als naturschutzrechtlich beste und umweltverträglichste Lösung. Die künftige Rohrbrücke wird aus landschaftsästhetischen Gründen parallel zu der bereits bestehenden Straßenbrücke der B 521 verlaufen. Dabei wird die ankommende Leitung mit einem Durchmesser von 1200 mm in zwei Leitungen mit dem Durchmesser 600 mm aufgeteilt. Die doppelte Leitungsführung erhöht zum einen die Versorgungssicherheit und zum anderen fügen sich die kleineren Rohre besser in das Landschaftsbild ein. Nördlich und südlich der Nidder verläuft die neue Leitung wieder unterirdisch. „Die Natur wird sich die Landschaft nach Abschluss der Bauarbeiten rasch zurückerobern und in zwei bis drei Jahren werden die oberirdischen Rohrstücke weitgehend zugewachsen sein“, blickt Florian Odermatt voraus. Die Trassenführung wurde mit der Gemeinde Niederdorfelden, der Stadt Karben sowie mit der Genehmigungsbehörde des Main-Kinzig-Kreises abgestimmt und festgelegt.

Wichtig für die Anwohner: „Die Brücke ist für den Verkehr nur beschränkt belastbar. Daher muss ein Teil des Baustellenverkehrs am Ortseingang von Niederdorfelden von Rendel kommend über den Altenburgring laufen. Wir werden ihn dort auf das Nötigste beschränken“, verspricht Odermatt.

Derzeit werden die Betonarbeiten für die Brückenfundamente ausgeführt und die Spundwände in den Boden eingebracht, damit man danach dazwischen die Erde für die  neue Leitung ausheben kann. Die Rohrbrücke soll im kommenden Oktober fertig gestellt und in Betrieb genommen werden.



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